Rückblick und Ausblick

2020 – ein neues Jahrzehnt begann vor knapp einem Jahr und viele guten Wünsche sollten den Einstieg ins neue Jahr begleiten. Gegen Ende Januar nahmen dann Meldungen zu, dass Menschen in Europa sich mit einer Krankheit infiziert haben, die offensichtlich Reisekontakte nach Asien hatten. Das habe ich mit großem, durchaus berufsbedingtem Interesse verfolgt und gleichzeitig veranlasst, dass wir für den Bereich der Feuerwehr und des Rettungsdienstes der Stadt Aachen einen Pandemieplan erstellen, um die Funktionsfähigkeit auch bei einer möglichen Zunahme von Krankheitsfällen in der Belegschaft sicherstellen zu können. Aber selbst mit diesem Auftrag war das Geschehen und was das Jahr noch bringen sollte ganz weit weg.

Am Dienstag, dem 25.2.2020 -ich hatte Rufbereitschaft- rief mich abends die Leiterin des städteregionalen Gesundheitsamtes an und berichtete von der Situation in Gangelt, Kreis Heinsberg, und dem ersten Patienten, der ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Man ging damals davon aus, dass dieser Patient Kontakt zu einer Person in Aachen hatte (diese Annahme wurde später verworfen, da wir zu diesem Zeitpunkt die aufwachsende Welle noch nicht sehen konnten).

Am nächsten Tag haben sich dann die beiden Krisenstäbe von Stadt und Städteregion etabliert in die sogenannten „gemeinsam tagenden Krisenstäbe von Stadt und Städteregion“. Zunächst in einem Stabsraum der Hauptfeuerwache der Berufsfeuerwehr Aachen in der Stolberger Straße, später dann im Businessbereich des Tivolistadions.

Bei null beginnend, niemand wusste genau, was eine Pandemie genau auslöst und wo der Weg hinführt, wurde mit stetig wachsenden Handlungsdruck für die Krisenstäbe, mit einer leichten Entspannung über die Sommermonate, viele Entscheidungen getroffen, teilweise mit erheblicher Tragweite.

So fordernd und belastend sich die Situation, gerade in der aktuellen Phase auch darstellt, so festigend ist die Erfahrung, in einem guten Team mit viel Fachkompetenz und über Hierarchien hinweg unterwegs zu sein und schon ein Stück weit die Geschicke der Menschen in Stadt und der Städteregion in der Pandemie zu lenken.

Viele Menschen in den Krisenstäben, die sich bis dahin nicht oder nur flüchtig kannten, haben sich kennen und schätzen gelernt.

Und so flog nun fast ein Jahr vorbei mit vielen vielen pandemiebedingten Besonderheiten und gleichzeitig der Bewältigung des Alltagsgeschäfts einer Feuerwehr, was auch nicht innehält in einer solchen Phase.

Und wenn uns eines im Krisenstab zusammenschweißt, ist es der unbedingte Wille, das Beste aus der Situation herauszuarbeiten, um einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, die Auswirkungen einzudämmen und den Weg in ein halbwegs normales Leben zurückzuführen.

Die Situation begann bei ca. 10°C, Regenwetter und kurzen Tagen – heute (23.12.2020 Dezember 2020) schreibe ich bei 10°C, Regenwetter und wiedermals kurzen Tagen. Wir hoffen alle auf den Sommer.

Bild/Quelle: Alin Luna / Unsplash

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