Johannes Brüseke – ist als Seelsorger Menschen im Krankenhaus nahe

In den letzten Wochen war ich vor allem damit beschäftigt, …

„in meinen Klinikalltag die Gespräche und Besuche in Einklang mit den immer wieder veränderten Corona-Regeln im Krankenhaus zu bringen. Es war spannend zu sehen, wie das Krankenhaus ein lernendes System war, das die Bedrohung durch das Virus immer mehr verstanden hat und darauf reagieren konnte. Das ist jetzt die Basis, auf der die unterschiedlichen Professionen handeln und den Menschen Hilfe und Zuwendung geben können.“

Mein persönlicher Care-Lichtblick ist momentan …

„Als Seelsorger ist es immer ein großes Glück, wenn ich im Gespräch Menschen begegnen kann, die trotz ihrer lebensbedrohlichen Krankheit oder Notlage etwas in sich haben oder in ihrem Leben finden, das ihnen Halt gibt und sie trägt. Der Lichtblick ist: Es gibt einen letzten Halt – für jede und jeden! Das ist kein lauter und triumphaler Glaube. Die Erfahrung ist leise und doch stark! Diese Erfahrung habe ich in den letzten Tagen wieder machen dürfen!“

Sich um andere zu sorgen, bedeutet für mich …

„die Bereitschaft zu haben, klassische Vorstellungen von stark und schwach, von gesund und krank aufzulösen. Sie sind viel zu undifferenziert, grob und oft auch falsch. Wer sich um andere wirklich und ehrlich sorgt, trifft und (be)sucht auch das bleibend Starke und Gesunde in einem Menschen – religiös gesprochen: die einmalige Schönheit seiner Persönlichkeit und seine (göttliche) Würde. Das gibt den Helfenden die innere Freiheit, (immer wieder) auch selbst schwach und bedürftig sein zu dürfen.“

Meine Vorstellung von einer „Sorgenden Gemeinschaft“ umfasst, …

„dass die Gemeinschaft eben diese andere Sichtweise auf Hilfe und Sorge lernt: Es gibt keinen Menschen, der immer stark ist. Jede und jeder wird heute oder morgen bedürftig sein. Daher ist Bedürftigkeit kein persönlicher Makel und keine persönliche Schwäche. Eine so sorgende Gemeinschaft teilt das Leben mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinem Reichtum und seiner Not ohne Angst und im Vertrauen (auf die Kraft Gottes). – Das würde die Welt verändern!“

Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass …

„die Kirche und die Gesellschaft die kranken und leidenden Menschen im Blick behält. Darum muss ich mich auch selber mühen, weil wir Menschen – und auch ich – so sehr die Sicherheit und ihre Faszination lieben!“

Hoffentlich bleibt nach „Corona“ …

„Corona hat uns ja allen gezeigt, dass wir ohne Ausnahme verletzlich und darin gleich sind. Im Corona-Shutdown waren wir darin solidarisch und haben das erlebt. Hoffentlich setzen sich dieses Wissen und diese Bereitschaft zur Solidarität immer wieder durch.“

Bild/Quelle: Klinikum Lippe GmbH

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