Kristina Sobiech – entfaltet Engagement-Potentiale junger Menschen

Kristina Sobiech (Dritte von links) und 13 Ehrenamtliche der youngcaritas Dortmund bei der Aktion „Warm durch die Nacht“ (Name der Aktion von „Essen packt an e.V.“ in Absprache übernommen) – mit Kaffee, Käsebroten und menschlicher Wärme gehen junge Menschen (14-35 Jahre) regelmäßig in die Dortmunder Innenstadt und schenken vor allem Aufmerksamkeit und ihre offenen Ohren an obdachlose Menschen. In zwei Teams à 7-8 Personen sind sie 2-3 Stunden unterwegs und treffen insgesamt bis zu 50 Menschen auf der Straße. Seit Februar 2018 läuft die Aktion 2-3 Mal im Monat, im Winter mit Mützen und Handschuhen, im Sommer mit Wassereis – Ideen, die von den jungen Menschen selber kommen und organsiert werden.

Wir konnten Frau Sobiech dazu gewinnen, einige Impulssätze zu vervollständigen und Eindrücke in Ihren persönlichen Care-Arbeitsalltag zu gewähren:

In den letzten Wochen war ich vor allem beschäftigt mit … „der Organisation einer alternativen Engagementmöglichkeit, da alle youngcaritas Aktionen abgesagt werden mussten. Daher haben wir die Briefaktion für Altenheime ins Leben gerufen („Digitale Brieftaube“) und konnten sehr viele liebevoll gestaltete Briefe älteren Menschen zustellen und vorlesen lassen von den Pflegekräften.“

Mein persönlicher Care-Lichtblick ist momentan, … „dass wir uns als youngcaritas-Akteure bundesweit (mit 70 Standorte) fast wöchentlich über Videokonferenzen abstimmen und austauschen, Mut machen und inspirieren, zusammenhalten und lachen, Projekte entwickeln und eine großartige Verbindung schaffen von Berlin bis Freiburg. (Vor Corona hat man sich 2 Mal im Jahr intensiv gesprochen).“

Sich um andere zu sorgen, bedeutet für mich … „Verantwortung zu übernehmen für das Wohlergehen anderer Menschen. Das bedeutet in Gedanken, mit Worten und Taten anderen beizustehen und ist auch ein großes Zeichen für Liebe und Freundschaft dem anderen zu sagen: Ich sorge mich um dich!“

Meine Vorstellung von einer „Sorgenden Gemeinschaft“ umfasst … „Menschen, die mehr als ihre eigenen Bedürfnisse sehen. Dabei sehe ich vor allem die Frauen, die nicht nur immer noch stark benachteiligt werden, sondern teilweise die Rolle der Sorgenden zugeschrieben bekommen (wobei es faktisch auch leider immer noch so ist, dass Frauen den größten Teil der Care-Arbeit leisten). In meiner Vorstellung möchten Männer ebenfalls gerne und selbstverständlich ihren Teil dazu beitragen. Ich wünsche mir, dass das „sich um jemanden sorgen“ keine weibliche, sondern als eine menschliche Fähigkeit gesehen wird.“

Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass … „Menschen, die sich für andere engagieren wollen, gute Rahmenbedingungen dafür bekommen und wertgeschätzt werden. Denjenigen, die noch keine Engagement-Erfahrung sammeln konnten, möchte ich gute Ehrenamts-Vorbilder zeigen, sodass sich ein Wille dafür entwickelt sich für andere einzusetzen. Engagement ist wie vieles andere etwas, was erlernt wird, ebenso wie die Erkenntnis: Ich kann etwas bewirken, mit meinem Tun!“

Hoffentlich bleibt nach „Corona“ … „der Verzicht auf unnötige Flug- und Autoreisen, das aufeinander Acht geben, und das viele schöne Telefonieren mit Freunden und der regelmäßig ausgesprochene Wunsch: Bleib gesund, pass auf dich auf.“

Kristina Sobiech (30) arbeitet seit 2014 für den Caritasverband Dortmund im Bereich der Engagementförderung im Fachdienst Gemeindecaritas, insbesondere als Ansprechpartnerin für „youngcaritas Dortmund“ und in der Flüchtlingshilfe. Sie hat Soziale Arbeit (BA) und Soziale Inklusion (MA) in Bochum an der EVH studiert und begleitet seit 2017 mehrere Projekte für junge Menschen wie „Warm durch die Nacht“, „SmartphoneSprechstunde“, „LiteraTouristinnen“ und Aktionen für den Umweltschutz.

Bild: yc Dortmund

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