Bewährte Haltungen der Hospizbewegung auf teils neuen Wegen

Unsere Arbeit der Haupt- und Ehrenamtliche des ambulanten Hospizdienstes der ACD – Region Aachen lebt von Begegnungen, auf persönlicher als auch auf einer spirituellen Ebene. Dort wo es um Leben, Trauer, Abschied und den Tod geht, führen viele Wege zueinander, die nicht am gesprochenen Wort ihr Ende finden. Gerade in den heutigen Tagen erfahren wir alle sehr deutlich, wie der palliative Mantel des Umsorgens ein Zusammenspiel aus materiellen und immateriellen Elementen im Halt des zwischenmenschlichen Kontakts und Vertrauen bedeutet.

Persönliche Begleitungen Sterbender sowohl auch Trauernder, die sonst von uns vor Ort bei und mit den Menschen sozusagen Face-To-Face angeboten werden, können wir im Moment so nicht mehr durchführen. Diese Umstände sind für uns alle eine Herausforderung. Wir machen hier dennoch unverdrossen weiter, wohl aber in einem anderen Modus. Diese besonderen Zeiten erfordern besondere Maßnahmen für uns alle. Der andere Modus bedeutet demnach, dass die Begleitungen zumeist über technische und digitale Hilfswege von uns per Telefon, Mail, wie auch Skype angeboten und durchgeführt werden. Dies gilt selbstverständlich auch für palliative Beratungen.

Was allen Veränderungen zum Trotz bleibt, ist die grundständige Bereitschaft für Gespräche, ein stets offenes Ohr, Beratung und Unterstützung. Eben ein „Da-sein“ auf anderen Wegen. Sowohl die Hauptamtlichen als auch besonders die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen leisten momentan einen großen Beitrag, diese direkten Kontakte zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass wir durch unser tragfähiges und breites Netzwerk oft auch als Verteiler für andere Angebote dienen und so auch das Netzwerk derjenigen erweitern können, die bei uns um Unterstützung bitten.

Der ursprüngliche Spirit der Hospizbewegung in seiner christlich motivierten Gastfreundschaft, der Nächstenliebe und Empathie zeigt sich in diesen Tagen auf seine bewährte und wandelbare Art und Weise. Die hospizliche Haltung findet ihre Wege und kommt an, auf welchen Wegen auch immer.  

Kommen Sie alle gut durch diese ungewöhnlichen Zeiten und bleiben Sie wohlauf! Wir bleiben weiter für Sie da.

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Bild/Quelle: Neil Thomas/Unsplash

Ein Gedanke zu „Bewährte Haltungen der Hospizbewegung auf teils neuen Wegen

  1. Brigitte Badke Antworten

    „Persönliche Begleitungen Sterbender sowohl auch Trauernder, die sonst von uns vor Ort bei und mit den Menschen sozusagen Face-To-Face angeboten werden, können wir im Moment so nicht mehr durchführen.“

    Als Koordinatorin eines ambulanten Hospizdienstes in Paderborn frage ich mich: Warum nehmen wir diese Tatsache einfach so hin? Warum können Hospizmitarbeitende nicht ebenso wie Pflegekräfte auch in Corona-Zeiten in den Einrichtungen Menschen umsorgen? Liegt es daran, dass Ehrenamtliche in die Häuser kommen? Abstands-, und Hygieneregeln können von ihnen ebenso eingehalten wie vom pflegenden hauptamtlichen Personal.
    Meine Sorge in dieser Zeit ist: dass das Selbstverständnis einer umfassenden Sorge (Palliativ-Care) gerade einen riesigen Rückschritt macht. Denn bei allem Bemühen können digitale und telefonische Kontakte die face- to- fache Begegnung nicht ersetzen.

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