Augen auf!

Ich bin ein sehr visueller Mensch. Bilder oder Filme bleiben mir sehr schnell im Gedächtnis haften. In der letzten Woche waren es drei sehr unterschiedliche, für mich sehr beeindruckende Werke, die haften geblieben sind. Jedes der Bilder bzw. Videos ist auf seine Art besonders, hat mich auf unterschiedlicher Ebene berührt.

Schon Mitte der letzten Woche bin ich über ein Video der Tagesschau gestolpert. Die Tagesschau, für mich der Inbegriff von Seriosität, aber auch – zugegeben – Steifheit, hat mich überrascht. Mit einem Video von Jan Hofer, der die Nachrichten aus dem Homeoffice moderiert. Mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und Selbstironie verkauft er eine wichtige Nachricht: Bleiben Sie zu Hause!

Dann schickte mir ein befreundeter Fotograf einen Link zu einer Bilderserie von Maki Galimberti (https://www.gqitalia.it/news/article/coronavirus-italia-medici-infermieri-storie-foto). Galimberti hat Fotos in einer Klinik in Bergamo, Italien, gemacht, die medizinisches Personal bei ihrer Arbeit zeigt. Das Besondere: Der Fotograf hat auch Bilder von den Menschen „hinter der Maske“ gemacht. Er lichtete die Pfleger_innen und Ärzt_innen in dem Moment ab, in dem sie ihre Schutzkleidung ablegten. Man sieht die Abdrücke der Masken und Schutzbrillen, man sieht die Erschöpfung. Ich selbst habe diese Art von Schutzkleidung schon oft bei der Arbeit tragen müssen. Allerdings stundenweise, nicht jeden Tag über Wochen. Ich kann nur im Ansatz nachvollziehen, welche physische Belastung dies bei der harten Arbeit zusätzlich bedeutet. Aber dennoch sehe ich in ihren Augen auch einen unendlichen Willen und eine Kraft und Energie.

Das letzte Bild erreichte mich dann wieder durch die Tagesschau (http://www.tagesschau.de/schlusslicht/weihwasser-pistole-101.html). Es hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht. Und mir schoss gleich durch den Kopf: Die Wege des Herrn sind unergründlich… Das Bild zeigt Pfarrer Timothy Pelc, wie er Segnung und Abstandsregel auf sehr originelle Art und Weise zusammenbringt. Kreative Lösungen wie diese finden Kirchenmänner und -frauen im Übrigen überall auf der Welt. Augen auf, vielleicht auch bei Ihnen?

Bild/Quelle: Eike Breustedt

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