{"id":884,"date":"2020-11-13T09:36:59","date_gmt":"2020-11-13T08:36:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/?p=884"},"modified":"2020-11-14T09:05:44","modified_gmt":"2020-11-14T08:05:44","slug":"transferinitiative-aachen-des-pilotprojekts-versorgungsbruecken-statt-versorgungsluecken-auf-der-jahrestagung-des-kompetenzzentrums-soziale-interventionsforschung-komsi-der-frankfurt-university-of-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/index.php\/2020\/11\/13\/transferinitiative-aachen-des-pilotprojekts-versorgungsbruecken-statt-versorgungsluecken-auf-der-jahrestagung-des-kompetenzzentrums-soziale-interventionsforschung-komsi-der-frankfurt-university-of-a\/","title":{"rendered":"<strong> Transferlernen in Care-Laboren <\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Die diesj\u00e4hrige Jahrestagung des Kompetenzzentrums Soziale Interventionsforschung (KomSI) fand vom 5. bis 6. November 2020 statt und stand unter dem Motto \u201eDer Komplexit\u00e4t sozialer Fragen kontrovers begegnen &#8211; Soziale Interventionsforschung im Diskurs\u201c. In den international besetzten Panels wurden empirische Befunde zur Interventionsforschung in der Sozialen Arbeit sichtbar gemacht sowie Fragen zu Methodik und Theoriebildung miteinander diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Panel \u201cMethoden der Interventionsforschung\u201c gab Johannes Mertens Einblicke in theoretische und methodologische Bez\u00fcge im Rahmen des partizipativen Transferforschungsprojekts <a href=\"https:\/\/www.s-inn.net\/pilotprojekte\/versorgungsbruecken\">Versorgungsbr\u00fccken statt Versorgungsl\u00fccken<\/a>. Johannes Mertens ist Transferreferent und Lehrbeauftragter an der Abteilung Aachen der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW). Das Pilotprojekt des <a href=\"https:\/\/www.s-inn.net\/\">Transfernetzwerks Soziale Innovation \u2013 s_inn<\/a> l\u00e4uft zurzeit (2019-2022) mit insgesamt drei Transferinitiativen an den Standorten Aachen (Leitung Prof. Dr. Krockauer) und Paderborn (Leitung Prof. Feeser-Lichterfeld). Die <em>Transferinitiative Aachen<\/em> besteht aus einem interdisziplin\u00e4ren Team der KatHO NRW, Abt. Aachen und des Caritasverbandes f\u00fcr das Bistum Aachen.<\/p>\n\n\n\n<p>In sechs Organisationen der multidisziplin\u00e4ren palliativen Sorgearbeit am Lebensende, in ambulanten und (teil-) station\u00e4ren Alten- und Pflegeeinrichtungen, Hospizen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe, werden organisationsinterne Teilprojekte partizipativ entwickelt und mit \u00fcbergreifenden Keyholder-Treffen und Workshops, \u00f6ffentlichen Kolloquien sowie einer im Januar 2021 startenden Interviewstudie mit dem Titel \u201cSpiritualit\u00e4t zu Corona Zeiten\u201c, miteinander verbunden. Dieser partizipative Transferlernprozess versucht als wohltemperierte Innovation in der Mitte der jeweiligen Organisation anzusetzen und aus dieser Mitte heraus eine nachhaltige Selbstorganisation zu beg\u00fcnstigen. Idealerweise geschieht dies als Kultivierung einer St\u00f6rung der 2. Ordnung, die es den Organisationen erm\u00f6glicht, sowohl \u00fcber ihre Identit\u00e4t als auch Variet\u00e4t nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Vortragstitel \u201cSpiritualit\u00e4t und Transferlernen in Care-Laboren als organisationale Heterotopien\u201c skizzierte Mertens einen Zugang zu den Themenfeldern Transferlernen, soziale Innovationen und Spiritualit\u00e4t. Mertens orientierte sich dabei an den in den bisherigen Initial- und Entwicklungsphasen des Projekts entstandenen Prototypen organisationaler Transferlernformate, die unter dem Neologismus \u201cCare-Labore\u201c zusammengef\u00fchrt werden. Entlang des Begriffstableaus um Michel Foucaults Arbeiten der Pastoralmacht, Gouvernementalit\u00e4t sowie der transformativen Ethik, stieg Mertens in seinen Zug\u00e4ngen zu den zentralen Themen im partizipativen Trialog zwischen Forschenden, Praxisorganisationen und -teams sowie Betroffenen ein. Neben der Operationalisierung einer offenen, demokratischen Begrifflichkeit klinischer Spiritualit\u00e4t, wurde die Verbindung zum Thema des Transferlernens \u00fcber ein systemtheoretisches Verst\u00e4ndnis hergeleitet. Hier sei generell, so Mertens, zun\u00e4chst recht n\u00fcchtern zu verzeichnen, dass sich (Transfer)Lernen f\u00fcr Organisationen h\u00e4ufig nicht lohne und soziale Innovationen entweder kleinschrittig oder sehr selten ablaufen. Das Bestreben der Care-Labore im Projekt ist also eine praktische Bew\u00e4hrung der angesto\u00dfenen Selbstorganisationen, damit sie langfristig einen Unterschied machen. In den je nach Organisation unterschiedlich gestalteten Care-Laboren sind wir Teil eines Prozesses, den wir w\u00e4hrend der Intervention \u2013 als experimentelle und partizipative Auftragsstellung und L\u00f6sungsfindung \u2013 miterstellen, so Mertens.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz massiver Auswirkungen der gesellschaftlichen Pandemie und entsprechenden Herausforderungen und Ver\u00e4nderungen im Handlungsfeld, gibt es im Projekt keine Abbr\u00fcche, sondern vielmehr responsive Umbr\u00fcche und Neujustierungen zu verzeichnen \u2013 &nbsp;und das anhand einer nochmals mehr ins Zentrum ger\u00fcckten Grundthematik.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die diesj\u00e4hrige Jahrestagung des Kompetenzzentrums Soziale Interventionsforschung (KomSI) fand vom 5. bis 6. November 2020 statt und stand unter dem Motto \u201eDer Komplexit\u00e4t sozialer Fragen kontrovers begegnen &#8211; Soziale Interventionsforschung im Diskurs\u201c. 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