{"id":831,"date":"2020-10-29T10:50:40","date_gmt":"2020-10-29T09:50:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/?p=831"},"modified":"2020-10-29T10:46:25","modified_gmt":"2020-10-29T09:46:25","slug":"831","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/index.php\/2020\/10\/29\/831\/","title":{"rendered":"Kulturschaffend in Zeiten von Corona: Das kann auch gut gehen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Optimistisch in die Zukunft schauen? Corona auch etwas Positives abgewinnen? Das f\u00e4llt sehr schwer in diesen Tagen. Insbesondere dann, wenn man, wie ich, im Kultursektor arbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin beim HEFT, dem Paderborner Kultur- und Veranstaltungsmagazin angestellt. Jeden Monat schreiben wir \u00fcber die Kultur-Events hier in der Region und bieten unseren LeserInnen einen umfassenden Veranstaltungskalender.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu erleben, wie ab Ende Februar fast alle Events quasi \u00fcber Nacht abgesagt wurden, war einfach nur schlimm. Die Absagen der Veranstaltungen und die damit einhergehenden Stornierungen von Anzeigenauftr\u00e4gen stellte von jetzt auf gleich eine Bedrohung f\u00fcr den Fortbestand unseres Magazins und damit ganz konkret auch f\u00fcr meinen Arbeitsplatz dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Wor\u00fcber schreiben, wenn es nichts zu schreiben gibt? Wie einen Veranstaltungskalender f\u00fcllen, wo nichts stattfindet? Wie den Druck bezahlen, wenn die Einnahmen aus den Anzeigenverk\u00e4ufen fehlen? Wie den Job erhalten, wenn es keine Perspektive f\u00fcr eine Entspannung der Situation gibt?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Was tun, wenn es nichts zu tun, nichts zu arbeiten gibt?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wie viele andere aus dem Kulturbereich, h\u00e4tte ich nie gedacht, mich diesen Fragen zu stellen, diese furchtbaren Sorgen zu haben und sogar einen Stellenwechsel in einen branchenfremden Beruf in Betracht ziehen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dennoch haben wir es bisher geschafft, weiterzumachen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben unser inhaltliches Konzept umgestellt und die sonst f\u00fcr Artikel zu Events frei gewordenen Seiten Kulturschaffenden und vielen anderen von der Pandemie Betroffenen zur Verf\u00fcgung gestellt, um ihnen die M\u00f6glichkeit zu geben, ihre Sicht der Dinge zu beschreiben. Somit haben wir den Platz mit vielen wertvollen Beitr\u00e4gen gef\u00fcllt, welche das HEFT inhaltlich total bereichert haben. Und an diesem Konzept, Menschen in unserem Magazin zu verschiedenen Themen eine Stimme zu geben, wollen wir auch langfristig festhalten. So gesehen, hat sich unser thematisches Portfolio erweitert &#8211; ohne die Pandemie w\u00e4re das in der Form wohl nicht passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch gab es gro\u00dfe Anteilnahme und Solidarit\u00e4t seitens unserer LeserInnen und AnzeigenkundInnen. Viele besorgte, aber auch aufmunternde Anrufe und Nachrichten haben uns bis jetzt erreicht. Anzeigen wurden teilweise extra geschaltet, um uns finanziell zu unterst\u00fctzen. Der Wunsch vieler VeranstalterInnen, nach der Pandemie unbedingt wieder mit uns zusammenarbeiten zu wollen. Das gegenseitige sich Beklagen, aber auch ganz viel Mut machen. Es war und ist einfach sch\u00f6n, diese Art von Wertsch\u00e4tzung und F\u00fcrsorge so deutlich und konkret zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, niemand hat den perfekten Job. Irgendwo gibt es auch immer etwas, was einem keinen Spa\u00df macht oder nicht gef\u00e4llt. Das ist bei mir nicht anders. Aber durch den m\u00f6glichen Wegfall dieses Arbeitsplatzes habe ich sehr deutlich gesp\u00fcrt, wie wichtig er mir ist. Wie sehr ich diese Arbeit liebe und wie sehr mir das Team am Herzen liegt. Zu wissen, dass ich beruflich genau da bin, wo ich sein will, habe ich in diesen Tagen mehr als deutlich gesp\u00fcrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will ehrlich sein: ich brauche Corona nicht. Corona ist einfach nur Mist.<\/p>\n\n\n\n<p>Und h\u00e4tte ich die Wahl, zwischen keiner Pandemie und dem ewig gleichen \u201eTrott\u201c in unserem Magazin, oder Pandemie und den damit einhergehenden vielen positiven Entwicklungen, ich w\u00fcrde mich immer f\u00fcr die erste Variante entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber so wie es jetzt ist, bin ich einfach nur dankbar f\u00fcr die wundervolle Solidarit\u00e4t, die Unterst\u00fctzung, das Zusammenr\u00fccken. Die vielen kreativen und auch zwischenmenschlichen Impulse, die bisher aus dieser Z\u00e4sur entstanden sind.&nbsp; Corona darf gern verschwinden. Das, was es an Gutem in mir ausgel\u00f6st hat, darf von Herzen gern bleiben!<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:38px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Anmerkung der Redaktion:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das HEFT wurde vor Kurzem mit dem zweiten Preis des diesj\u00e4hrigen Heimatpreises der Stadt Paderborn ausgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Begr\u00fcndung lautet wie folgt: \u201eF\u00fcr ihre publizistische Leistung mit Identit\u00e4t stiftender Wirkung werden Harald Morsch und das Team vom HEFT ausgezeichnet. Seit 1983 gibt Harald Morsch das HEFT heraus, das sich zu einem wichtigen Veranstaltungs-, Stadt- und Kulturmagazin f\u00fcr Paderborn entwickelt hat. Mit dem HEFT, das alle Bev\u00f6lkerungsgruppen anspricht, gehen Harald Morsch und sein Team mit der Zeit und dokumentieren sie. Insbesondere f\u00fcr die Paderborner Kulturszene ist das HEFT ein wichtiges Forum \u2013 auch w\u00e4hrend des Corona-Lockdowns, als keine Veranstaltungen stattfinden konnten und die Akteure der Paderborner Kultur im HEFT eine Plattform des Austauschs fanden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>(F\u00fcr weitere Informationen siehe auch <a href=\"https:\/\/www.paderborn.de\/guiapplications\/newsdesk\/publications\/Stadt_Paderborn\/109010100000180289.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.paderborn.de\/guiapplications\/newsdesk\/publications\/Stadt_Paderborn\/109010100000180289.php<\/a>.)<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">Bild \/ Quelle: das HEFT (<a href=\"http:\/\/www.heft.de\" data-type=\"URL\" data-id=\"www.heft.de\">www.heft.de<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Optimistisch in die Zukunft schauen? Corona auch etwas Positives abgewinnen? Das f\u00e4llt sehr schwer in diesen Tagen. 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