{"id":764,"date":"2020-09-08T06:01:00","date_gmt":"2020-09-08T04:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/?p=764"},"modified":"2020-09-03T14:10:59","modified_gmt":"2020-09-03T12:10:59","slug":"ehrenamtliches-engagement-nicht-erst-seit-aber-auch-waehrend-der-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/index.php\/2020\/09\/08\/ehrenamtliches-engagement-nicht-erst-seit-aber-auch-waehrend-der-pandemie\/","title":{"rendered":"Ehrenamtliches Engagement &#8211; nicht erst seit, aber auch w\u00e4hrend der Pandemie"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Autorenpaar, das anonym bleiben m\u00f6chte, ist seit einigen Jahren in Rente. Nicht erst seit Beendigung ihres aktiven Arbeitslebens engagieren sich beide ehrenamtlich f\u00fcr unterschiedliche Zielgruppen in verschiedenen Organisationen, so z.B. im Rahmen von Freizeitbegleitung von Menschen mit Behinderungen, Unterst\u00fctzung im Seniorenheim, Mitwirkung bei st\u00e4dtischen Inklusionsvorhaben, Mitwirkung in der Pfarrgemeinde sowie Reisebegleitung f\u00fcr Menschen mit Behinderungen und Senior_innen; des Weiteren in einer Klinik f\u00fcr Menschen mit psychischen Erkrankungen, bei einem ambulanten Hospizdienst, als Busbegleiter bei Fahrten mit Bussen im Stadtgebiet und bei sogenannten \u201eStadtrundg\u00e4ngen\u201c zu Menschen ohne Obdach, die mit Essen, Getr\u00e4nken und Gespr\u00e4chen \u201eversorgt\u201c werden.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:36px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>In den letzten Wochen waren wir vor allem damit besch\u00e4ftigt, \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>unseren ansonsten recht strukturierten Alltag neu zu organisieren. Als Rentnerin und Rentner, die sich in verschiedenen Bereichen und Institutionen ehrenamtlich bet\u00e4tigen, haben wir seit Beginn der Kontaktbeschr\u00e4nkungen nicht nur die N\u00e4he zu Familie und Freunden vermisst, sondern auch den Austausch mit Menschen, denen wir bisher im Rahmen unseres b\u00fcrgerschaftlichen Engagements begegnet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wegbrechen dieser Beziehungen, auch der mit den ehrenamtlichen Diensten verbundenen Regelm\u00e4\u00dfigkeit, hinterl\u00e4sst in unserem Alltag deutliche Spuren. Uns fehlt der Kontakt zu den Menschen, auch zu den ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen. Noch immer l\u00e4uft Vieles auf Sparflamme, das ist f\u00fcr uns ungewohnt. Wir k\u00f6nnen uns nicht so einbringen wie sonst; wir k\u00f6nnen keine Gespr\u00e4che f\u00fchren und nicht so helfen, wie wir es gerne w\u00fcrden und gewohnt sind. Wir vermissen das Zuh\u00f6ren, das Dasein, das L\u00e4cheln im Gesicht der Menschen, wenn sie einen sehen. Das schmerzt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Unser pers\u00f6nlicher Care-Lichtblick ist momentan \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>dass wir neben vielen Einschr\u00e4nkungen auch Ver\u00e4nderungen erleben, die auch Positives haben. Wir k\u00f6nnen uns weiterhin engagieren, wenn auch im Rahmen von Diensten, an die wir vorher nie gedacht h\u00e4tten, weil es sie so vorher noch nicht gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Lichtblick ist f\u00fcr uns, dass wir einige unserer Ehren\u00e4mter mittlerweile (wenn auch z.T. nur eingeschr\u00e4nkt) wiederaufnehmen konnten. Nat\u00fcrlich ist es bedauernswert, dass viele Bereiche f\u00fcr unentgeltlich Engagierte auch weiterhin verschlossen bleiben; gleichzeitig ist es nachvollziehbar und in gewisser Weise beruhigend zu erleben, dass dadurch ein Beitrag geleistet wird, um besonders virusgef\u00e4hrdete Menschen zu sch\u00fctzen &#8211; auch wenn das f\u00fcr beide Seiten nicht sch\u00f6n ist und einen Verlust bedeutet.<\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Alltag nehmen wir aktuell auch positive Ver\u00e4nderungen im Miteinander von Mitb\u00fcrger_innen wahr. Als sogenannte Busbegleiter sind wir im Stadtgebiet sonst zust\u00e4ndig f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von Menschen, die diese im Rahmen ihrer Fahrt brauchen bzw. w\u00fcnschen (z.B. Menschen mit Gehbehinderungen, mit Kinderwagen u.\u00e4.). Diese T\u00e4tigkeit konnten wir bisher noch nicht wiederaufnehmen; mittlerweile erleben wir aber bei privaten Fahrten mit dem Bus immer h\u00e4ufiger, dass andere Fahrg\u00e4ste diese Aufgaben wie selbstverst\u00e4ndlich \u00fcbernehmen. Vielleicht entwickelt sich durch \u201eCorona\u201c ja ein \u201eneues Ehrenamt\u201c\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><em>Sich um andere zu sorgen, bedeutet f\u00fcr uns \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>einen Beitrag dazu zu leisten, Menschen unserer Gesellschaft und dadurch unsere Gesellschaft selbst zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Unsere Vorstellung von einer \u201eSorgenden Gemeinschaft\u201c umfasst \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>die Idee gemeinschaftlich geteilter und getragener Verantwortung. Unserer Vorstellung nach sollte nicht nur jede_r f\u00fcr sich selbst, sondern so, wie es ihr oder ihm eben m\u00f6glich ist, im Sinne einer Solidargemeinschaft auch Verantwortung f\u00fcr andere \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Wir werden uns weiterhin daf\u00fcr einsetzen, dass \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>wir uns da einbringen, wo unsere Unterst\u00fctzung gebraucht, gew\u00fcnscht und m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Hoffentlich bleiben nach \u201eCorona\u201c \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>das Engagement und die Einsatzbereitschaft der Menschen f\u00fcreinander und miteinander, ohne dass es immer den offiziellen Titel \u201eEhrenamt\u201c braucht.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">Bild \/ Quelle: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/integration-freiwillige-h%C3%A4nde-baum-3527263\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">geralt (Gerd Altmann<\/a>) \/ Pixabay<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Autorenpaar, das anonym bleiben m\u00f6chte, ist seit einigen Jahren in Rente. 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