{"id":1788,"date":"2022-11-30T09:32:52","date_gmt":"2022-11-30T08:32:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/?p=1788"},"modified":"2022-11-30T09:32:53","modified_gmt":"2022-11-30T08:32:53","slug":"gemeinschaftlich-sorgen-abschlussveranstaltung-des-transferprojekts-versorgungsbruecken-statt-versorgungsluecken-in-paderborn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.care-lichtblicke.de\/index.php\/2022\/11\/30\/gemeinschaftlich-sorgen-abschlussveranstaltung-des-transferprojekts-versorgungsbruecken-statt-versorgungsluecken-in-paderborn\/","title":{"rendered":"<strong><u>\u201egemeinschaftlich sorgen\u201c \u2013 Abschlussveranstaltung des Transferprojekts \u201eVersorgungsbr\u00fccken statt Versorgungsl\u00fccken\u201c in Paderborn<\/u><\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Nach vierj\u00e4hriger Laufzeit endet das Pilotprojekt \u201eVersorgungsbr\u00fccken statt Versorgungsl\u00fccken\u201c als eins von vielen Teilvorhaben des Transfernetzwerks Soziale Innovation \u2013 s_inn zum Jahresende. Unter der \u00dcberschrift \u201egemeinschaftlich sorgen. Explorationen, Experimente und Empowerment als Transferimpulse f\u00fcr Caring Communities\u201c trafen sich nochmals Kooperationspartner_innen und weitere Interessierte zur Abschlussveranstaltung in Paderborn.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Einladung der Projektverantwortlichen zu einem gemeinsamen Abschluss am 28.11.22 folgten etwa 40 Akteur_innen aus verschiedenen Feldern der Versorgung \u00e4lterer und alter Menschen. Der Fokus lag dabei auf der Sorge um unterst\u00fctzungsbed\u00fcrftige Menschen und der Frage, wie diese gemeinschaftlich (noch) besser gelingen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Begr\u00fc\u00dfung und einf\u00fchrende R\u00fcckschau durch den Projektleiter am Standort Paderborn, Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld, folgten Statements auch der \u00fcbrigen Mitglieder der Projektsteuerungsgruppe und Resonanzen aus dem Plenum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es braucht Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Christoph Robrecht, Regionalleiter und Hausoberer der Barmherzige Br\u00fcder Trier gGmbH f\u00fcr das Br\u00fcderkrankenhaus St. Josef Paderborn und das Marsberger St.-Marien-Hospital, zeichnete zun\u00e4chst nach, warum es \u00fcberhaupt \u201eVersorgungsbr\u00fccken\u201c brauche. Hierbei wurde deutlich, wie sehr u. a. restriktive Datenschutzvorgaben, der Fachkr\u00e4ftemangel in Pflege und Pastoral sowie auch der gesamtgesellschaftlich wahrnehmbare Wandel famili\u00e4rer Strukturen negativen Einfluss auf die Qualit\u00e4t der Begleitung und Betreuung von Care-Receivern nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso bedeutsamer seien Transfer und Vernetzung zwischen Versorgungstr\u00e4gern einerseits und zwischen Praxis und Wissenschaft andererseits, um \u00dcberlastungen einzelner Beteiligter sowie ganzer Disziplinen und Institutionen entgegenzuwirken und gemeinsam dauerhaft ein wirklich ganzheitlich, d. h. nicht zuletzt auch auf spirituell-seelsorgliche Bed\u00fcrfnisse fokussiertes Care-Angebot gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vernetzung: Herausforderung, vor allem aber Gewinn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vernetzung war auch das Stichwort des folgenden Beitrags von Marion Riese, Transferreferentin im Pilotprojekt am Standort Paderborn, bei dem der Schwerpunkt auf der Bewegung von einer vers\u00e4ulten hin zu einer vernetzten und (sich) vernetzenden Sorgekultur lag. Aufbauend auf den Erfahrungen des Pilotprojekts wurde betont, wie wichtig und zugleich schwierig es teils sei, den Beteiligungsgrad Betroffener an der Initiierung und Entwicklung von Netzwerkstrukturen und -aktivit\u00e4ten zu erh\u00f6hen bzw. dem Anspruch, nicht f\u00fcr, sondern mit Dialog- und Kooperationspartner_innen zu sprechen und zu entscheiden, gerecht zu werden. F\u00fcr eine gut funktionierende, gleichberechtigte Netzwerkarbeit brauche es Engagement, Vertrauen und Zeit; letztlich sei der \u201eFaktor Mensch\u201c entscheidend, sich im und f\u00fcr den Austausch einzusetzen \u2013 zum Wohle der Mitmenschen und Gesellschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier warben Veranstaltungsteilnehmende in der sich anschlie\u00dfenden Diskussion u. a. f\u00fcr disziplin-, sektoren- und konfessions\u00fcbergreifendes Agieren, das Nutzen der Potenziale bereits vorhandener Angebote und Strukturen sowie eine professionelle Begleitung ehrenamtlich Engagierter zum Schutz vor \u00fcberfrachteten Erwartungen und Anforderungen an ihre T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Modell \u201eSeelsorgliche Begleitung\u201c als m\u00f6gliche \u201eVersorgungsbr\u00fccke\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ralf Nolte, Referent in der Personal- und Organisationsentwicklung beim Caritasverband f\u00fcr das Erzbistum Paderborn e.V. sowie Referent f\u00fcr Caritaspastoral und Di\u00f6zesanbeauftragter f\u00fcr die Seelsorge in Einrichtungen der station\u00e4ren Hilfe im Erzbistum Paderborn, stellte anschlie\u00dfend das Modell \u201eSeelsorgliche Begleitung\u201c vor. Demnach seien im hiesigen Erzbistum bereits 130 Mitarbeitende in station\u00e4ren Einrichtungen entsprechend qualifiziert und beauftragt worden. Eine Ausweitung des Modells auch auf teilstation\u00e4re und ambulante Bereiche befinde sich in Anbahnung. Daneben h\u00e4tten weitere (Erz-)Di\u00f6zesen es bereits \u00fcbernommen bzw. bef\u00e4nden sich in entsprechenden Entwicklungsprozessen. \u201eIn der Seelsorge schl\u00e4gt das Herz der Kirche\u201c \u2013 mit diesem Zitat der Positionierung der deutschen Bisch\u00f6fe zum Selbstverst\u00e4ndnis kirchlicher Seelsorge betonte Ralf Nolte die Chance, Caritas und Kirche (auch) \u00fcber Angebote seelsorglicher Begleitung zum starken Partner f\u00fcr Menschen mit Versorgungsbedarf und deren Zugeh\u00f6rige werden zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fcckmeldungen aus dem Plenum merkten insbesondere die Vorbildfunktion des Modells und dessen positive Wirkung an. So ergebe sich dadurch nicht nur ein Mehrwert erster Ordnung f\u00fcr diejenigen, die davon unmittelbar profitierten, sondern auch indirekt die Chance, \u201eKirche wieder ein anderes Gesicht zu geben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diakonische Pastoral als Grundtenor im sozialen Bereich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diakonisch inspirierte Projektarbeit fokussierte Matthias Hartl, Wissenschaftliche Hilfskraft im Transferprojekt, in seinem Statement. Brennendes Interesse an den Menschen, deren Befindlichkeit und Bed\u00fcrfnissen sowie an der Beantwortung der Frage nach deren Erf\u00fcllung seien wichtige Voraussetzungen f\u00fcr gelingende Sorgearbeit. Es sei zentral, den jeweiligen Protagonist_innen offen und wertfrei auf Augenh\u00f6he zu begegnen. Dies k\u00f6nne den Fokus auf das Wesentliche \u2013 den Menschen, dessen Bedarfe und die Entwicklung ad\u00e4quater Angebote \u2013 lenken und so eine Art Qualit\u00e4tsmerkmal der gemeinsamen Sorge-Beziehung markieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Geteilt wurden diese Ausf\u00fchrungen von Plenumsteilnehmenden, die diese u. a. als \u201eSchl\u00fcssel\u201c f\u00fcr einen Perspektivwechsel hin zu mehr Empowerment und \u201edas Gef\u00fchl, gut versorgt zu sein\u201c bezeichneten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sorge-Kompetenzen f\u00f6rdern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als letzter aus der Projektsteuerungsgruppe hatte noch einmal Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld das Wort, um Impulse zur multidimensionalen und multiprofessionellen F\u00f6rderung der Sorge-Kompetenzen zu setzen. Hierbei bezog er sich explizit auf das vielf\u00e4ltige Studienangebot der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho), an denen das Pilotprojekt angesiedelt war. So sei Transfer keine Einbahnstra\u00dfe, bei der es einzig gelte, Hochschulwissen in die Gesellschaft hinauszutragen. Vielmehr seien Erfahrungen und Expertisen aus der Praxis stets Innovationsmotor und Inspiration gewesen, die auch die Hochschule ver\u00e4ndert h\u00e4tten. Sorge-Kompetenzen, v. a. verstanden als Erm\u00f6glichung von Empowerment, sozialr\u00e4umlich orientiertes (Inter-)Agieren und F\u00f6rderung von Partizipation, gelte es in jedem Studiengang zu f\u00f6rdern, um die Sorgen von Menschen sehen, bearbeiten, beantworten und &#8211; vielleicht &#8211; l\u00f6sen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben viel Zuspruch erfuhr das Gesagte aus dem Plenum auch Erg\u00e4nzungen um die Frage nach potenziellen Verantwortungstr\u00e4ger_innen im Sozialraum, dem Bedarf an einem partnerschaftlichem Miteinander professionell wie nicht-professionell T\u00e4tiger sowie an entsprechenden Strukturen vor Ort, um Verantwortung auf viele Schultern verteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hochschulperspektive in das System<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss der Veranstaltung hatte der Kanzler der katho und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Tr\u00e4gergesellschaft, Bernward Robrecht, das Wort. Dabei skizzierte er insbesondere den Bedarf, nachhaltig Transferstrukturen und -leistungen im Hochschulsystem zu integrieren. Ein wichtiger Schritt f\u00fcr die katho sei es, die Agentur f\u00fcr Transfer und Innovation dauerhaft zu erhalten sowie das Bem\u00fchen um Fortf\u00fchrung bzw. Verstetigung angesto\u00dfener Transferprojekte. Um dies dauerhaft zu gew\u00e4hrleisten, brauche es jedoch Planungssicherheit und Ressourcenkontinuit\u00e4t. Nur so k\u00f6nnten, so Bernward Robrecht, Hochschulen auch ihrem Kernauftrag gerecht werden, Gesellschaft zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:29px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Mit dieser Veranstaltung und gro\u00dfer Dankbarkeit f\u00fcr die zahllosen Begegnungen und vielf\u00e4ltigen Initiativen der letzten vier Jahre verabschiedet sich das Team des Pilotprojekts \u201eVersorgungsbr\u00fccken statt Versorgungsbr\u00fccken\u201c am Standort Paderborn aus der gemeinsamen Projektarbeit. Weitere Informationen zum Transferprojekt inklusive einer umfangreichen, abrufbaren Projektdokumentation finden sich unter <\/em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.versorgungsbruecken.de\" target=\"_blank\"><em>www.versorgungsbruecken.de<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">Bild\/Quelle: Pilotprojekt &#8220;Versorgungsbr\u00fccken statt Versorgungsl\u00fccken&#8221; (Julia Hoffmann)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach vierj\u00e4hriger Laufzeit endet das Pilotprojekt \u201eVersorgungsbr\u00fccken statt Versorgungsl\u00fccken\u201c als eins von vielen Teilvorhaben des Transfernetzwerks Soziale Innovation \u2013 s_inn zum Jahresende. Unter der \u00dcberschrift \u201egemeinschaftlich sorgen. Explorationen, Experimente und Empowerment als Transferimpulse f\u00fcr Caring Communities\u201c trafen sich nochmals Kooperationspartner_innen und weitere Interessierte zur Abschlussveranstaltung in Paderborn. 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